Heiligabend besonders feiern in Corona-Zeiten

„Sie fanden keinen Raum in der Herberge“ – so erging es damals Maria und Josef in Bethlehem, in der „heiligen Nacht“, als Jesus Christus in diese Welt hineingeboren wurde… „Wir haben nicht genügend Plätze für alle im Gottesdienstsaal“ sind Worte, die uns während der aktuellen Corona-Pandemie voraussichtlich auch an Heiligabend beschäftigen werden. Alle Jahre wieder kommen gerne viele Familien mit ihren Gästen in unsere Gottesdienste an Heiligabend. Auch in 2020? Wir wissen es nicht. Aber wir sollten uns darauf vorbereiten und der Frage nachgehen: Wie können wir in diesem besonderen Jahr möglichst vielen von ihnen die Möglichkeit geben, „das Wunder von Weihnachten“ – Jesus Christus wurde Mensch – ganz neu für sich zu entdecken? Vielleicht bietet 2020 eine ungeahnte Chance, Weihnachten als Gemeinde ganz anders neu für sich zu entdecken – in einem anderen Format, an einem anderen Ort. Sind wir bereit, unsere gewohnten Räume zu verlassen oder anders zu nutzen? Sind wir offen für neue Ideen und Impulse, um auf besondere Weise in diesem Jahr Weihnachten zu feiern? Bleiben wir nicht stehen im Zurückblicken „Ach, war das immer so schön in den vergangenen Jahren“, sondern entwickeln wir Ideen und Konzepte, um 2020 ein ganz besonderes Weihnachtsfest zu feiern – mit Jesus in der Mitte. Die auf dieser Seite zusammengetragenen Ideen und Bausteine mögen dabei eine Hilfe sein!

  • Nicht nur einen, sondern mehrere Gottesdienste an Heiligabend anbieten. Davon einen (oder mehrere) speziell für Familien reservieren! Zwischendurch ausreichend Zeit zum Lüften einplanen.
  • Weihnachtsgottesdienste draußen feiern z. B. als Wald-Weihnacht (frühzeitig bei den ensprechenden Behörden (z.B. Ordnungsamt, Genehmigungen beantragen).
  • Ein Stationsgottesdienst, der entweder draußen durchgeführt wird oder durch das gesamte Gemeindehaus führt und zum Mitmachen einlädt
  • „Vor-Weihnacht“: einen Tag vor Heiligabend einen Gottesdienst zur „Einstimmung auf Weihnachten“ gestalten und den Familien Ideen und Material für „Heiligabend @home“ mitgeben.
  • Sich gemeinsam auf den Weg machen: Einen Weihnachtsweg durch das nächstgelegende Wohnviertel oder durch die Innenstadt gemeinsam gehen (z. B. mit Stationen der Weihnachtsgeschichte zum Miterleben; Posaunenchor
  • Veranstaltungen unter freiem Himmel benötigen viele helfende Hände, vor allem auch durch die Corona-bedingten Auflagen. Vielleicht ist es in diesem Jahr auch mal dran, bewusst eine Kooperation mit einer anderen Gemeinde vor Ort einzugehen und gemeinsam einen Weihnachtsgottesdienst zu organisieren.
  • Darüber hinaus gibt es ja auch die vielfältigen Möglichkeiten Online-Gottesdienste zu gestalten oder „per Livestream“ oder auch weitere besondere Gottesdienste an den Weihnachtsfeiertagen feiern.

Ideen und Bausteine

Elemente für einen Familiengottesdienst

Die jeweilige Corona-Schutzverordnung des Bundeslandes und das Hygienekonzept der Gemeinde vor Ort gibt die zur Verfügung stehenden Plätze im Gottesdienstsaal vor. Da die Platzanzahl in den Gottesdiensten begrenzt ist, wäre eine Möglichkeit, Gottesdienste für Familien anzubieten und nicht, wie sonst vielleicht üblich, Gottesdienste für alle Generationen. Auch hier ist zu entscheiden, für welche Altersgruppe. So braucht ein Gottesdienst für Krabbel-und Kindergartenkinder ein anderes Format (z.B. auf Picknickdecken, so dass die jüngeren Kindern sich am Platz besser bewegen können) als ein Gottesdienst mit dem Schwerpunkt auf Schulkindern. Es bietet sich an, die Familien mit Schulkindern an Tische zu setzen, so dass vorab auf die Tische eine besondere Deko und notwendiges Kreativmaterial verteilt werden kann.Damit entfällt „Herumreichen von Material“ während des Gottesdienstes. In diesen Tischgruppen können die Familien an bestimmten Punkten im Gottesdienstablauf gemeinsam ins Gespräch kommen und aktiv werden.

 

  • Vorbereitung des Gottesdienstes: Einzelne Familien werden eingeladen ein Element des Gottesdienstes (auch zusammen mit einem Mitarbeitenden) vorzubereiten: z.B. Anspiel, Fürbitten, Standbilder zur Weihnachtsgeschichte, Krippenspiel von zwei befreundeten Familien einüben lassen, Deko, Musik…. Damit einzelne inhaltliche Elemente ggf. in mehreren Gottesdiensten eingesetzt werden können, besteht die Möglichkeit, diese vorab aufzunehmen und nicht alle „nur live“ im Gottesdienst durchzuführen.
  • Als verbindendes Element in der Moderation und Durchführung: Für jede Familie wird eine „Weihnachtstüte“ gepackt (z.B. eine Papiertüte, die von außen bemalt werden kann), die den gesamten Gottesdienstverlauf „Stück für Stück“ ausgepackt und eingesetzt wird. Die Spannung steigt, wenn nicht bei jedem Gegenstand sofort klar ist, wofür er benötigt wird.

Elemente/Bausteine für den Gottesdienst:

  • Musik anhören – die z.B. von einer Familie vorgetragen wird – nicht gemeinsam singen, Bewegungen können gemeinsam mitgemacht werden.
  • Krippenspiel – Beim Schreiben des Stückes bereits auf „Spielen mit Abstand“ Rücksicht nehmen. Einfache Kulissen ermöglichen einen schnellen Umbau auf der Bühne, da dort dieses Jahr dann auch nicht so viel Platz für „alle Szenen gleichzeitig“ zur Verfügung steht. Ladet für jede Szene eine Familie ein, diese zu spielen, da ist dann kein Abstand erforderlich.
  • Schattenspiel – die Textlesung der Weihnachtsgeschichte kann durch ein Schattenspiel dargestellt werden oder es wird ein weihnachtliches Stück aufgeführt.
  • Weihnachtsgeschichte als Stop-Motion-Film, den Kinder und Jugendliche Szenenweise vorbereiten können und der an Heiligabend im Gottesdienst eingespielt wird.
  • Weihnachts-Quiz/Spiele mit allen: z.B. Weihnachtstabu, Montagsmaler mit Weihnachtsbegriffen, „Dalli klick“, „Online-Weihnachtsquiz“ (z.B. mit dem kostenlosen Quizformat kahoot): Weihnachtslieder erraten nur mit Hilfe des gespielten Rhythmus oder der Melodie einer „untypischen Stelle“
  • Weihnachten mit allen Sinnen erleben: Weihnachtsdüfte – Orangen, Nelken, Zimt, Kardamon, „Glühweingewürze“ zum Riechen; Kerzenwachs zum Anfassen (z.B. eine Weihnachtskerze mit Wachsplatten gestalten); Stroh, Fell,… zum Fühlen (Elemente, die in der Weihnachtsgeschichte vorkommen.)
  • Licht/Kerzen gezielt einsetzen, evtl. auch ein Schattentheater aufführen. In einer Mitmachaktion Kerzen gestalten, die die Familien mit nach Hause nehmen können.
  • Im Gottesdienst mit den Familien ein Weihnachtsgedicht gemeinsam entwickeln: Jede Familie dichtet eine Strophe und es wird dann gemeinsam vorgetragen; die Familien gehen nacheinander vorne ans Mikro. (Zum Dichten kann man den einzelnen Familien auch unterschiedliche Stichpunkte geben, so dass es inhaltlich etwas „gelenkt“ ist.)
  • Bastelaktion während des Gottesdienstes: Origami-Faltanleitung für „Himmel und Hölle“ – Papier vorab passend mit Weihnachtsmotiven bedrucken oder kleine Weihnachtsmotive zum Aufkleben vorbereiten, die während des Gottesdienstes dann eingeklebt werden; eine Krippenfigur gestalten;
  • Jede Familie bekommt zwei Plätzchentüten und die Aufgabe, auf dem Rückweg eine Tüte zu verschenken.
  • Faltkarten oder Weihnachtsleporellos für die Teilnehmden, so dass alle während der Andacht etwas in der Hand halten (Diese könnte auch in die „Weihnachtstüte“ gepackt werden). Beispiel: Krippen-FaltkarteNach Bethlehem“ , ein Tischlicht gestalten mit Bildbetrachtung zu den Hirten Tischlaterne – Stern über Bethlehem

Stationsgottesdienst im Gemeindehaus oder draußen

Ein paar Gedanken zu einem Stationsgottesdienst:

Bei gutem Wetter kann ein Weihnachts-Stationsgottesdienst im Freien aufgebaut und durchgeführt werden, bei schlechtem Wetter im Gemeindehaus. In der Vorbereitung möglichst beide Varianten sorgfältig geplant werden.

  • Die Weihnachtsgeschichte wird in ihre einzelnen Szenen eingeteilt und als Stationen mit interaktiven Mitmachelementen vorbereitet.
  • Für jede Station werden Mitarbeitende benötigt, die diese aufbauen und während des Gottesdienstes betreuen.
  • Die Teilnehmenden werden in feste Gruppen eingeteilt oder Familienweise und gehen im „Einbahnstraßensystem“ von einer Station zur nächsten.
  • Wenn es vom Platz her möglich ist, können die Stationen auch mehrfach aufgebaut werden, so dass mehrere Gruppen gleichzeitig eine Station besuchen können.
  • Vom Ablauf her ist festzulegen, wie lang jede Gruppe an einer Station verweilt (z.B. 5 min) und mit welchem Signal das „weitergehen“ signalisiert wird, so dass alle Gruppen immer zur gleichen Zeit die Station wechseln. Eine Möglichkeit ist, beim Stationswechsel ein Weihnachtslied zu spielen.

Eine Möglichkeit der inhaltlichen Gestaltung:

  • Wer ein Krippenspiel vorbereitet, kann mit genügend Schauspielern an jeder Station eine Szene des Krippenspiels aufführen. Im Einbahnstraßensystem gehen die Gruppen nacheinander zu allen Szenen, können dort in das Geschehen eintauchen und werden durch eine Mitmachaktion selber aktiv.

Eine andere Möglichkeit:

  • In die erste Station, dem Aufruf zur Volkszählung, könnte ganz praktisch die Registrierung der Teilnehmenden mit einbezogen werden. Dort wird ihnen dann auch der Ablauf des Stationsgottesdienstes erklärt.
  • An den anderen Stationen kann z.B. eingeladen werden, den „Hauptdarstellern“ der Szene zu begegnen und sie zu befragen. (der Wirt, die Hirten…)
  • Eine Station könnte der Weg nach Bethlehem sein. Hier könnten die Teilnehmenden sich Gedanken machen, wie beschwerlich der Weg für Maria und Josef wohl war und was ihnen auf dem Weg für Gedanken durch den Kopf gegangen sein mögen.
  • Es könnte bei den Hirten auf dem Feld die Dunkelheit nachempfunden werden, das „Fürchte dich nicht“ ganz neu entdeckt werden. (Draußen können die Hirten am Lagerfeuer besucht werden.) Vielleicht bekommt jeder ein Licht mit auf den weiteren Weg.
  • An einer Kreativstation „auf dem Weg zum Stall“ könnten alle ihren eigenen Stern basteln. Im Stall von Bethlehem können alle überlegen, was sie Jesus zu Weihnachten schenken möchten und dies aufschreiben, kreativ gestalten.
  • Abschließend kann an einer Station eingeladen werden, sch zu überlegen, wie sie die „Weihnachtsfreude“, die Weihnachtsbotschaft in ihre Nachbarschaft hineingebracht werden könnte.
  • Eine „Segen-Station“ schließt den Stationsgottesdienst ab.

Singspiel: Weihnachten ist Party für Jesus

Ein Krippenspiel mit Musik gibt einem Weihnachtsgottesdienst Glanz und bezieht Kinder ganz besonders mit ein. Das Singspiel „Weihnachten ist Party für Jesus“ kann auch in diesem Jahr aufgeführt werden. http://danielkallauch.de/singspiel

Es ist gut vororganisiert, d.h. in kleinen Arbeitsgruppen werden einzelne Teile vorbereitet. Kinder und Familien können die Lieder daheim mit einer CD lernen.

Das Singspiel ermöglicht viel Flexibilität: Verschiedene, detailliert ausgearbeitete Varianten lassen Raum für Anpassungen und aktuelle Entwicklungen (Ist eine Band vorhanden? Mit wie vielen Personen können Proben durchgeführt werden? Darf drinnen gesungen werden?). Sowohl während der Proben als auch bei der Aufführung kann flexibel agiert werden. So bieten beispielsweise Playbacks die Durchführung mit oder ohne Band.

Auch die Zahl der Mitspielenden ist sehr variabel. Falls es z.B. nicht möglich ist, die Szenen der Weihnachtsgeschichte in Standbildern von Kindern stellen zu lassen, können auch die im Paket enthaltenen Illustrationen gezeigt werden.

Die Kernaussage: Gott kommt kleiner als wir denken, in unsere Welt, unser Zuhause zu uns und zu denen, die ihn brauchen.

Das Singspiel dauert ca. 30 Minuten, enthält die gesamte Weihnachtsgeschichte nach Lukas, sowie sechs Lieder.

Waldweihnacht

Melanie und Carsten Schmitt haben diese Idee entwickelt und berichten sehr anschaulich über die Planung und den Ablauf ihrer Waldweihnacht.

Zum Download ist der Text hier zu finden: Was ist die Waldweihnacht

Allgemeine Info: Die Waldweihnacht ist kein Theaterstück, sondern der Versuch, gemeinsam die Geschehnisse der Heiligen Nacht nachzuerleben und gemeinsam unterwegs zu sein.

  • Treffen am 24.12. um 16h (klassische PrimeTime für Krippenspiele, passt vom Grad der Dunkelheit prima) am Wald- oder Feldrand
  • eine Feuerschale brennt, dort kommen die Menschen nach und nach zusammen
  • MA sind verkleidet (meistens als Hirten, auch schon als Cousine von Elisabeth und Maria, unterwegs in Sachen Volkszählung)
  • In der Ankündigung wird schon darauf hingewiesen, dass auch die TN sich als Hirten verkleiden können, wenn sie möchten
  • Sehr wichtig: Wir MA bleiben konsequent in unserer Rolle, von Anfang an (und sprechen uns zum Beispiel auch mit anderen Namen an)
  • Auch Menschen, die wir eigentlich gut kennen, werden nie in Privatgespräche verwickelt, sondern bei ihrer Ankunft persönlich begrüßt, angesprochen, in die Rolle mit hineingenommen („kalte Nacht / wie geht’s den Schafen? / klagen über die römischen Besatzer / kommt doch und wärmt euch am Feuer…..“)
  • Sobald wir den Eindruck haben, dass weitestgehend alle da sind, beginnen wir (Melanie und Carsten) Gespräch miteinander, über eine größere Distanz, sodass alle mitbekommen, dass nun etwas startet und uns ihre Aufmerksamkeit schenken
  • Es gibt also auch hier kein Verlassen der Rolle, keine offizielle Begrüßung der TN, keine Erklärungen oder dergleichen, immer nur die Rolle als Hirten, aber natürlich z.T. abgesprochene Dialoge zwischen uns Moderatoren. Während dieses einführenden Gesprächs, bei dem wir aufeinander zugehen, erscheint hinter unserem Rücken, zunächst scheinbar unbemerkt, eine Engelschar (bei uns ist da ein Hang, das geht natürlich super, dass die Engel hinter uns am Hang auftauchen und somit oberhalb von uns sind)
  • Die Engel (KiGo-Kinder) fangen an zu singen und haben spätestens jetzt die volle Aufmerksamkeit aller TN
  • Wir zeigen unser Erstaunen und unsere Furcht, treten in einen Dialog mit den Engeln (genauer Ablauf siehe Anhang), beschließen gemeinsam mit den TN das Baby im Stall suchen zu wollen -> auf geht’s in den Wald
  • Im Folgenden kommt es immer wieder zu Haltepunkten im Wald und Dialogen zwischen uns MA und auch mit den TN, denn wir sind ja alle gemeinsam unterwegs auf der Suche nach dem Stall.
  • In den ersten Jahren haben wir immer unterwegs Menschen getroffen (Einsame Frau, die mit uns kam / Traurige Frau, die sich uns anschloss / Freunde, die uns entgegen kamen / einen aufgeregten Hirten, der schon beim Jesuskind war und uns auf Hessisch Platt von seinen Erlebnissen berichtete und uns empfahl, uns das selbst anzusehen/ wir sind in einem Jahr „ausversehen“ in die falsche Richtung gelaufen, bis uns jemand, den wir dann trafen, auf einen Wegweiser nach Bethlehem aufmerksam machte, der in die Gegenrichtung zeigte.. alle machten kehrt / trafen auf dem Rückweg (!) eine mit Tüten und Geschenken bepackte Frau, die den Bus verpasst hatte und durch die die TN aufgefordert waren zu erzählen, wo wir eigentlich herkommen und was wir gerade am Stall erlebt hatten)
  • Je größer die Gruppe, umso schwieriger wird das natürlich: Bis erst einmal alle wieder beisammen sind, dauert es, das muss in der Dialogführung bedacht werden, denn es ist unnatürlich, herumzustehen und zu warten, bis alle endlich da sind, bevor ein Dialog startet mit der Person, die man „zufällig“ im Wald trifft -> von den MA ist viel Improvisation und Spontanität verlangt: einfach weiter miteinander reden, auch Dinge wiederholen, TN ansprechen, TN fragen…. konsequent in der Rolle bleiben.
  • Wir treffen nun nicht mehr auf Leute, mit denen wir einen Dialog führen, den alle hören sollten, weil wir zu viele TN haben. 2 Lösungen: 1) Uns kommen Menschen entgegen, die möglichst viele TN im Gehen ansprechen („Was ist denn hier los? Wo wollt ihr eigentlich alle hin?“, einfach ein kurzer Kontakt, der Privatgespräche unterbricht und die TN wieder ins Geschehen zurückholt) 2) Wir ziehen an einer festen Station vorbei (2019: Herberge „Zum Goldenen Lamm“), wo ein MA allen das immer Gleiche zuruft („Ich habe hier keinen Platz mehr“ „Ach zieht doch weiter, ihr Leute, hier ist alles voll“), sodass es im Gehen jeder mitbekommen kann
  • Wir singen unterwegs immer wieder klassische Weihnachtslieder, die inhaltlich passen („Kommet Ihr Hirten“) – auch da gibt es keine Ansage, sondern wir fangen einfach an zu singen, denn es passt zu dem, was wir gerade gesagt haben: „Kommt ihr Hirten…“… dann einfach singen. Es gibt aber Liedblätter, die bei Ankunft der TN ausgegeben wurden. Auch hier: je mehr Menschen, desto schwieriger wird es, im Gehen gemeinsam zu singen (mit 60-80 Leuten geht das noch, darüber m.E. nicht mehr, kennt man ja von St.Martin), dann singen im Stehen / an der Krippe
  • Irgendwann erreichen wir den Stall (Fotos)
  • Dort sind eine echte Maria und ein echter Josef, das Baby ist eine Puppe
  • Wichtig ist hier, sich Mühe zu geben bei der Deko vom Stall: Viele Laternen mit Kerzen (Maria und Josef sind ja da als Brandwache), Stroh, Felle. 2019 hatten wir sogar echte Schafe.
  • Der Moment, in dem die TN den Stall entdecken, ist ein Herzens- und Sinnesmoment, der in Stille eine Weile wirken sollte
  • Ablauf / weiterer Dialoge: siehe Anhang
  • Wir haben einen (inzwischen schon den dritten) Tannenbaum gepflanzt, neben dem Stall.
  • Die TN haben Zeit und Gelegenheit, Dank- und Bittanliegen auf Papiersterne zu schreiben und an den Baum zu hängen. Wichtig hier: Raum geben auch für Bitteres und Trauriges, es soll keine Heile-Welt-Show sein.
  • Wenn wir herumgehen und echte(!) Kerzen und weiteren Baumschmuck verteilen, kommen wir den TN wieder sehr nahe, lassen uns Zeit für Augenkontakt und ein Lächeln
  • Wenn die Kerzen am Waldweihnachtsbaum brennen und – „Oh du fröhliche“ gesungen wird, ist das ein Moment voller Innigkeit
  • Einige Anliegen werden im Gebet von MA zusammengefasst
  • Jeder darf sich eine Kerze am Waldweihnachtsbaum anzünden und mitnehmen
  • „Tragt in die Welt nun ein Licht“ singend, ziehen wir zurück an den Wald- und Dorfrand, dabei verlassen wir unsere Rollen und versuchen, das Licht der Waldweihnacht in den Alltag zu transportieren (oder transponieren)
  • Nun ist es schon ziemlich finster, aber nicht vollkommen dunkel
  • Dauer: gut eine Stunde

Tipps:

  • Wirklich in den Rollen bleiben, keine Privatgespräche der MA mit TN, keine unterbrechenden Ansagen
  • Obwohl wir eine Rolle annehmen, sagen wir nur Dinge, die wir auch wirklich im Herzen tragen, die authentisch sind, die wir vorab immer wieder durchdacht und durchlebt haben
  • Ein kleiner Kreis bereitet vor
  • Etwa 2-3 Wochen vorher ein Treffen anberaumen, zu dem alle kommen, die sich einbringen möchten
  • Gut zu delegieren: Engelchor (muss vorher vor Ort proben, zumal wenn es KiGo-Kinder sind: wer steht wo? Bei welchem Stichwort geht es los?) / Schild(er) basteln / Papieranhänger für Waldweihnachtsbaum basteln
  • Wege freischneiden von Brombeeren etc., besonders die Stellen, an denen sich alle sammeln sollen – Platz schaffen, Stolperfallen entfernen
  • Vorab unter den MA gut kommunizieren, dass es kein Theater ist, dass es unbedingt wichtig ist, konsequent in der Rolle zu bleiben, TN unterwegs anzusprechen. Das ist sogar eine eigene, sehr wichtige Rolle: MA, die sich „unter das Volk“ mischen und sie mit hineinnehmen in das Erleben
  • Vor Ort die Dialoge üben, immer wieder die Strecke im Vorhinein abgehen, durchleben, dabei fällt noch Einiges auf
  • Üben, laut zu sprechen. Das ist im Freien nicht so einfach. Standorte ausprobieren – mache hallen besser als andere
  • Maria und Josef müssen warten, bis wirklich alle weggegangen sind, um das Bild nicht zu zerstören. Viele kleine Kinder stehen noch lange da und betrachten ausgiebig die Szene. Und ja, es gibt auch Menschen, die dann die Smartphonekamera aktivieren.
  • Das war letztes Jahr das einzige, was wir anfangs gesagt haben, das etwas aus der Rolle fiel: Bitte auf den Moment einlassen, innere Bilder statt digitale Bilder
  • Es braucht natürlich eine geeignete Strecke: Gehzeit ohne Waldweihnacht = max. 10 Minuten. Mit Dialogen, Singen, Baumschmücken etc. kommt eine gute Stunde bei raus
  • Und es braucht einen Stall / Hütte
  • In den ersten Jahren hatten wir einfach einen Stall aus drei Palletten + Decken, die mit Klammern in den winterkahlen Zweigen hingen. Den jetzigen Stall haben wir mit KiGO-Familien an einem Samstag gebaut, was auch eine schöne Aktion war – > however: Förster fragen
  • Genehmigung bei Ortsgemeinde einholen: quasi wie Demoanmeldung, zumindest in Hessen ist das so; dann werden automatisch auch Polizei und Feuerwehr in Kenntnis gesetzt
  • Materialien wie Baumkerzen, Mitnehmkerzen, Baumanhänger etc. vorab am Stall verstecken, dann muss man es nicht mitschleppen
  • Gebetskreis aufbauen, der die Waldweihnacht schon in den Wochen zuvor trägt (sehr wichtig!)

Ablaufplan von 2019 als Beispiel: Waldweihnacht 2019 – AblaufOrga-Fahrplan 2019: Waldweihnacht 2019 – Ablauf der Vorbereitungen

Weihnachtsgottesdienst@home

Weihnachtsgottesdienst für zuhause

Wenn ein Gottesdienstbesuch an Heilig Abend als Familie nicht möglich ist, können Familien in diesem Jahr ein eigenes Familienritual schaffen, um das „Wunder von Weihnachten“ in der Familie gemeinsam zu entdecken.

  • Die Kinder und alle anderen (Großeltern, weitere Gäste) werden vorab informiert, dass ein gemeinsamer Gottesdienst@home gefeiert wird.
  • Jede Familie entscheidet für sich, wann der beste Zeitpunkt ist ( z.B. nach einem gemütlichen Kaffeetrinken, vor der Bescherung) und wo ein schöner Platz dafür im Haus ist, so dass die Weihnachtsgeschichte im Mittelpunkt steht. (z.B. vor dem Weihnachtsbaum…)
  • Plant die gemeinsame Zeit und verteilt Aufgaben an alle, die dabei sind (Gebet, Lieder begleiten, Sterne ausschneiden…)
  • Gestartet wird mit dem Klang eines Glöckchens oder der Melodie eines bekannten Weihnachtsliedes auf dem Xylophon oder der Blockflöte. Jetzt wissen alle: es geht los.
  • Die Lieder sind sorgfältig ausgesucht. Wenn jemand Gitarre oder Klavier spielen kann, ist das natürlich toll, aber man kann auch zu Liedern von CDs singen. Kinderlieder wie „Weihnachten ist Party für Jesus“ oder „Ein Kind ist heut geboren“ und ältere Lieder, die leicht zu singen sind wie „Mit den Hirten will ich gehen“ oder „Wisst ihr noch wie es geschehen“ können dabei sein.
  • Im Mittelpunkt steht die Weihnachtsgeschichte: Am besten nimmt man eine Weihnachtskrippe mit robusten Figuren, die man in die Hand nehmen und bespielen kann. Der Stall ist zunächst noch leer und weit weg davon besucht der Engel Maria. Dann wandern Maria und Joseph nach Bethlehem und suchen ihre Unterkunft. Die Hirten auf dem Feld sind natürlich wichtig. Was haben sie erlebt? Die Engel am Himmel singen „Gloria“ – da singen natürlich alle mit. An einer anderen Stelle im Wohnzimmer sehen die Weisen einen hellen Stern und beginnen ihre Reise. Jeder spielt eine oder mehrere Figuren. Wenn größere Geschwister dabei sind und auch Oma und Opa gerne aktiv mitmachen, kann die Geschichte auch mit verteilten Rollen gespielt werden. Am besten organisiert man dafür einige Tücher oder die Babypuppe aus dem Kinderzimmer. Oft staunt man nicht schlecht, welche Gedanken, Handlungen und Worten den Personen dabei zugedacht werden.
  • Ein kleines Gespräch schließt sich an: Was ist das wichtigste an der Geschichte? Worüber freust du dich besonders? Wofür willst du Gott Danke sagen? Für jedes „Danke“ kann ein vorher ausgeschnittener Stern zur Krippe gelegt werden.
  • Mit einem Weihnachtsgebet und Liedern klingt der Gottesdienst daheim aus. „Du bist geboren, Jesus – darüber freuen wir uns riesig! Danke, dass du uns besucht hast. Danke, dass du auch heute bei uns bist. Wir feiern deinen Geburtstag und lassen dich hochleben! Amen.“

Familien feiern zusammen den 4. Advent mit kreativen Weihnachtskrippen

Bist Du auf der Suche nach einer kreativen Werk-Idee für deine Adventsfeier mit befreundeten Familien in der Nachbarschaft, oder in deinem Familienhauskreis deiner Gemeinde? Dann lade ich Dich ein, in deinen Schränken nach Bastelmaterial, Weihnachtsdekoration, Alltagsmaterial zu suchen und alles in eine Kiste zu packen – zusammen mit viel Klebe, doppelseitigem Klebeband, verschiedenen Scheren, Draht, Zangen etc. Jede Familie bekommt die Aufgabe, gemeinsam eine Weihnachtskrippe aus dem vorhandenen Material zu basteln. Wichtig ist: jedes Familienmitglied entscheidet mit, welches Material genutzt wird und alle basteln mit. Ihr könnt gespannt darauf sein, wieviel Freude das gemeinsame Werken macht und was für tolle kreative Krippen dabei entstehen. Nach dem Aufräumen nehmt euch Zeit, die unterschiedlichen Krippen zu bestaunen, Details wahrzunehmen. Alles Unikate!

Macht es euch mit Plätzchen und Tee gemütlich, erzählt und spielt mit euren Krippenfiguren die Weihnachtsgeschichte. Taucht im gemeinsamen Austausch in die einzelnen Orte und Personen ein und überlegt euch: Mein Weihnachtsgeschenk für Jesus ist in diesem Jahr….