23. April 2021 | Allgemein Ideenbörse News

HEUTE ist unsere Perspektive!

Es wird noch einige Zeit dauern, bis dass wir Kinder- und Jugendarbeit in persönlichen Treffen und ohne Abstand und Maske durchführen können. Wie lange? Darüber wird viel spekuliert. Was sind unsere Perspektiven? Wie machen wir heute weiter? Einige Gruppen sind müde des digitalen Angebots und kommen an die Grenzen des Sinnvollen und Machbaren.

Wie können wir die Zeit trotzdem – oder trotz allem – nutzen und die Zeit auskaufen?

Paulus ermutigt uns in Röm 12:12: „Freut euch in der Hoffnung, haltet durch in schweren Zeiten, bleibt beständig im Gebet.“ (Neues Leben.Die Bibel. SCM-Verlag)

 

Das Big Picture anschauen

Worauf ist unsere Hoffnung begründet? Wenn sich Schwere und Mutlosigkeit im Mitarbeitendenkreis breit machen, dann hilft vielleicht gemeinsam das Big Picture zu betrachten. Sich gemeinsam der Liebe Gottes auszusetzen und sich neu die Berufung, sein Kind zu sein zuzusprechen, um dann die Sendung in den Dienst an Kindern und Jugendlichen wiederzufinden.

In der FeG Junge Generation haben wir uns den Leitsatz gesetzt: Bewegt von Gottes Liebe wollen wir junge Menschen befähigen Jesus nachzufolgen und anderen zu dienen.

Manchmal müssen wir uns die Zeit nehmen, jedes dieser Worte wie Schokolade auf der Zunge zergehen zu lassen und dem Geschmack nachzuspüren, um neu begeistert zu werden von dem Großartigen, das uns von Gott damit geschenkt ist.

Denn unsere Hoffnung liegt in Jesus Christus begründet – auch und besonders in schweren Zeiten. Jesus – Immanuel – Gott mit uns – ist da. Immer. Überall. Für Dich.

Wohin sendet uns Jesus?

 

Kyrie eleison

Manchmal geht der Weg zum Vertrauen über das Klagen. Es kann hilfreich sein, zunächst all den Schmerz, die Wut, den Ärger herauszuschreien, der in uns steckt und uns von Zuversicht und Hoffnung abhalten will.

Das liturgisch etwas aus der Mode gekommene Gebet „Kyrie eleison – Herr erbarme dich“ könnte da helfen. Wie der Blinde vor Jericho, der hört, dass Jesus in der Nähe ist, zu schreien: Herr erbarme dich!

Gemeinsam in der Gruppe die Möglichkeit einrichten, Ärger über Homeschooling, Wut über die Einsamkeit und Verzweiflung über die Zustände auf Mamas oder Papas Arbeit Luft zu machen. Das Herz ausschütten können. Auch Kinder und Jugendliche brauchen ein offenes Ohr. Auf welche Weise könnte ein Kyrie Eleison bei Euch sichtbar werden?

  • die Klagemauer vor oder im Gemeindehaus, an oder in die kleine Zettel mit Gebeten gesteckt werden können
  • gemeinsam einen Klagepsalm lesen und beten und entdecken, wie das Schreien um Hilfe und das hoffnungsvolle Aufblicken zu Gott zusammenhängen
  • die Messenger-Gruppe, in die wir unsere Gebetsanliegen schreiben, um für einander zu beten
  • das logo-Gebet. Gemeinsam die logo!-Nachrichten schauen, für unsere Welt beten und beobachten, wie der Blick nach außen unseren Blick auf unsere Situation verändert
  • das Gebet für Missionare, die in anderen Ländern unter schlimmeren Corona-Umständen leben

Was höhlt Dich innerlich aus?

 

Barmherzig sein

Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist. (Luk 6,36 nach LUT 2017) – Die Jahreslosung darf auch hier wieder auftauchen. Denn gerade da, wo die Nerven blank liegen und der Druck von allen Seiten zunimmt, sind wir aufgefordert mit einander barmherzig zu sein. Wir dürfen um Entschuldigung bitten und dürfen einander Vergebung zusprechen und so ein Spiegelbild der Barmherzigkeit Gottes sein.

Was tun, wenn die Emotionen überkochen? Vielleicht mal gemeinsam raus an die frische Luft. Mit der Familie einen „Homeschooling-Ausflug“ zum nächsten FastFood-Restaurant oder in den nahegelegenen Wald unternehmen. Zum nächsten Supermarkt laufen, Zutaten für den Lieblingskuchen kaufen und dann gemeinsam backen. Vielleicht ist es auch die Investition in die Profi-Dartscheibe, die in den Lern- und Arbeitspausen zu Hause hilft, sich wieder auf ein Ziel auszurichten und gemeinsam weiterzumachen. Oder gemeinsam ein Gesellschaftsspiel am Abend spielen. Einander in den Arm nehmen und sagen: Ich hab dich lieb.

Auch in der Gemeinde tut eine Prise Barmherzigkeit gut. Gerade dort wo wir merken, dass wir weniger schaffen als wir wollen. Vielleicht ist es gerade dran, den persönlichen Kontakt zu suchen zu Mitarbeitenden, Kindern und Jugendlichen und nachzufragen Wie geht es dir?, statt sich zu quälen, dass Gruppenprogramme im digitalen Raum immer schwerer werden.

Wofür sollte ich um Vergebung bitten?

 

Persönlichen Kontakt suchen

Ja dort, wo wir an die Grenzen unserer Gruppenprogramme kommen, wo Videokonferenzen – Homeschooling und Jobmeeting – mehr ermüden als erhalten, gerade dort ist der persönliche Kontakt um so wichtiger. Überlegt, über welche Kanäle Ihr persönlichen Kontakt zu einander halten könnt, um einander zuzuhören, für einander zu beten und einander Mut zu machen.

  • der persönliche Anruf
  • die Messenger-Nachricht
  • die kurze Mut-Mach-Video-Botschaft
  • die Sprachnachricht mit dem Mut für die Woche
  • die Postkarte oder der handgeschriebene Brief
  • die persönliche Überraschungstüte, die eines Morgens an der Haustür hängt
  • ein Mut-Mach-Donat vom Bäcker für dich
  • eine Tüte Konfetti und eine Cola für dich, damit wir gemeinsam in der Videokonferenz eine Party feiern können
  • die Witze Challenge: Wir erzählen uns eine Stunde lange gute Witze

Wem schenke ich meine Zeit?

 

 Zuhören

Auch wenn wir nicht gemeinsam Abenteuer bestehen können, zusammen unterwegs und nah bei einander sein können. Wir können einander zuhören – am Telefon, im Chat oder beim Spaziergang mit Abstand. Wir können im Mitarbeitendenkreis Kontakt halten und einander Mut machen. Oder uns einfach mal zweckfrei unterhalten.

Manchmal braucht es nur einen anderen Menschen, damit die eigene Situation eine neue – vielleicht weitere – Perspektive bekommt.

Aber auch Kinder sind froh, wenn jemand nachfragt. Wie geht es dir in der Schule? Wie geht es dir und deinen Freunden? Was nervt dich? Woran kannst du dich freuen? Hast du etwas Neues entdeckt in der letzten Zeit? Worauf freust du dich, wenn sich die Situation wieder entspannt? Was würdest du gerne in der Jungschar machen, wenn wir uns wieder treffen können?

Wo war es Dir dunkel und kalt?

 

Lernen

Wenn Gruppenstunden nicht in vollem Maße stattfinden können, kann es auch für Mitarbeitende eine Zeit sein, in der sie sich weiterbilden. Welches Thema möchtest Du in Deiner Mitarbeit vertiefen? Wo möchtest Du weiterkommen? Wo hast Du Schulungsbedarf?

  • Lies ein gutes Buch zu dem Thema.
  • Tauscht Euch im Mitarbeitendenkreis dazu aus.
  • Melde Dich zu einer Schulung an (Mein Tipp: Onleica und BASIX finden auch dieses Jahr wieder statt: https://jugend.feg.de)

Wie war das nochmal mit dem Aussäen?

 

Helfen

Helfen und diakonisches Handeln sind Grundelemente (nicht nur) der Pfadfinderei. Am Anfang der Pandemie konnten wir ein starkes Gemeinschaftsgefühl und solidarische Aktionen in der Gesellschaft beobachten. Was ist daraus geworden? Menschen in unseren Orten brauchen nach wie vor Hilfe, Ermutigung und das Gefühl gesehen und wahrgenommen zu werden. Wir können mit unseren Gruppen dazu breitragen, dass Hilfe ankommt und Menschen erreicht, unterstützt und ermutigt werden.

  • Postkarten „Zum Mitnehmen“ mit ermutigenden Bibelversen, handgeschrieben, bemalt und laminiert an einer Wäscheleine am Gemeindehaus angebracht.
  • „Pakete zum Leben“-Aktion mit dem nahegelegenen Supermarkt organisieren. https://auslandshilfe.feg.de/mitmachen/aktionen-2/pakete-zum-leben/
  • Die an der Tür mit Abstand überreichte Blume für ältere Geschwister, die signalisiert: Wir haben dich nicht vergessen.
  • Die Thank-You-Teacher-Karte für die Lehrer, die auch unter der besonderen Schulsituation leiden.

Wem kann ich helfen, da durchzukommen?

 

Das Fest vorbereiten

Wenn wir wieder… dann machen wir… Auch wenn wir noch nicht wissen, wann wir wieder zusammen am Lagerfeuer sitzen, gemeinsam grillen, spielen, basteln und werken können. Aber ein Kick-off-Event können wir jetzt schon gemeinsam planen. Wie wollen wir gemeinsam unser Wiedersehen feiern, wenn es wieder möglich ist? Es muss nicht das riesige Event sein. Aber es kann das Event sein, wonach wir uns als Gruppe schon lange sehnen. Und die Planung ist die erste Vorfreude, die uns zusammenhalten kann und uns hilft, gemeinsam darauf zu warten.

  • gemeinsames Kochen und Singen am Lagerfeuer
  • die Nachtwanderung
  • das Fußballtournier
  • die Gebetsnacht
  • das All-You-Can-Eat-Pancake-Dinner

Was wird dann zum Blühen kommen?

 

Wir leben für heute

Auch wenn wir uns alle nach einer normalen Zeit sehnen, sollten wir nicht vergessen, dass wir heute für und mit Jesus leben. Es ist nicht die Zeit, die kommen wird, für die wir berufen und gesandt sind, sondern es ist das Heute in dem wir leben. Heute folgen wir Jesus nach und dienen Menschen. Ungeachtet der Situation und Umstände. Oder gerade im Blick auf die Situation und Umstände, in denen wir stecken. Gerade Kinder und Jugendliche, für die ein Jahr gefühlt eine lange Zeit ist, brauchen Mitarbeitende, die sich heute für sie einsetzen und heute für sie da sind.

Freut Euch in der Hoffnung, haltet durch in schweren Zeiten, bleibt beständig im Gebet.

(und weitere Ermutigungen und Herausforderungen könnt Ihr im 12. Kapitel des Römerbriefes nachlesen)

Gott mit Euch!

(von Marcus Felbick)